Verkauft
Mittwoch, 28. März 2007Die Drellfabrik hat übrigens neue Besitzer gefunden. Wir wünschen ihnen viel Glück und nehmen das Angebot zu einem "Kontrollbesuch" gerne an.
Die Drellfabrik hat übrigens neue Besitzer gefunden. Wir wünschen ihnen viel Glück und nehmen das Angebot zu einem "Kontrollbesuch" gerne an.
"Umstände" verhinderten, dass wir uns der 100 min entfernten Drellfabrik widmen. Der Wille ist jedoch ungebrochen und so ging die Suche bald im näheren Umfeld weiter.
Schon seit einigen Monaten beschäftigt uns immer wieder ein Objekt, dass scheinbar nicht mehr zu retten ist. Aber es war so verlockend, dass nun wieder heißt: Kosten planen und Finanzierung klar machen.
Wenn die steht und es zum Kauf kommt, wird zuerst ein geräumiges EFH aus den 30er Jahren als Wohnung, Atelier und Büro KfW-CO2-saniert (MP2) um sich im Anschluß in Ruhe dem Denkmal zu widmen. An dem gibt es dann zuerst viel zu sichern, zu begutachten und zu entscheiden. Ob ein Raum in seiner Barock- oder Renaissancefassung restauriert wird, ob man verfaulte Fachwerkwände rekonstruiert oder modern ersetzt.
Stoff für viele Geschichten.

Update: Hier gehts weiter...
Noch vor einem Monat wären wir ohne Bauchschmerzen beim Notar erschienen und die Drellfabrik hätte bereits den Besitzer gewechselt. Aber manchmal ändern sich Randbedingungen und man muß neu Abwägen.
Ergebnis: Das Projekt wird auf Eis gelegt. Vielleicht überlegen wir es uns ja irgendwann noch einmal anders. Solange können und wollen wir die Verkäufer aber nicht hinhalten.

Wer Interesse am Objekt hat, kann sich gerne unter drellfabrik@baublog.de melden - wir beantworten gerne Fragen zum Objekt bzw. vermitteln an die Verkäufer.
Region: Zittauer Gebirge, im Dreiländereck
Lage: Großschönau, ortsmittig an ruhigem Anliegerweg und der Lausur (Bachlauf)
Erschließung: Trinkwasser (neu), Gas, Elektro, Telekom (DSL), Abwasser (neu) vorhanden
Baujahr: 1850, Jugendstil-Umbau 1910
Denkmalstatus: denkmalgeschützt, besonders wertvoll
Zustand: teilsaniert
frühere Nutzung: Wohnen, Gewerbe
Grundstücksfläche: 2600 qm
Gebäude: 500qm Bruttogrundfläche, 1050qm Bruttogeschoßfläche
Kostenschätzung: Als Gesamtkosten für den Erwerb und die schonende Teilsanierung des Jugendstil/Umgebindeteils zur Eigennutzung (ca. 220 qm Wohnfläche sowie 2 Ferienwohnungen mit je 50 qm) haben wir 90.000 EUR kalkuliert. Auf dieser Grundlage gab es eine Finanzierungszusage (30% Eigenkapitalanteil).
Der Gebäudekomplex besteht aus einem älteren Umgebindehaus als Winkelbau (vor 1850) und einem massiven zweigeschossigen Anbau. Das Ensemble wurde ab ca. 1850 als Produktionsstätte der Drellfabrik „Kämmels Erben und Comp.“ genutzt (siehe Farblithografie aus dem Album der sächsischen Industrie von 1856). Der Massivbau wurde später erweitert.

Der vordere, straßenseitige Flügel des Umgebindehauses wurde 1910 im Jugendstil als Fabrikantenvilla überbaut. Insbesondere wurden im OG die Raumhöhen auf 2,80m vergrößert. Aus dieser Zeit stammen wertvolle Details wie Zierfachwerk, Türstock, Diele, Treppenhaus, Kachelöfen. Der überdachte Eingang mit der Loggia im Obergeschoss, der Erker an der Ostseite und die Veranda als Verbindung zum Massivbau sind besonders aufwendig gestaltet. Im Umgebindeteil sind die Blockstuben gut erhalten.
Das lokale öffentlich-rechtliche Kreditinstitut hat grünes Licht gegeben. Weil aber die günstigen KFW-Konditionen locken und sich letztens die Sächsische Aufbaubank in einer Liste von Banken fand, die KFW-Kredite gern vermitteln (Liste für 1 EUR bei FINANZtest) wollen wir es doch noch mal versuchen. Anfrage an die SAB ist raus.
[Update zu Zinsen, Hausbank, KFW]
Ein WC an eine (Vor)Wand zu hängen ist nicht jedem geheuer. Selbst wenn es den (teuren) Vorwandelementen kaum an Stabilität fehlt, ist ein bodenständiges WC irgendwie vertrauenserweckender. In der Regel bedeutet "bodenstehend" aber auch mehr Dreckecken. Allerdings sind die Dreckecken bei wandhängenden WCs auch nicht ganz verschwunden.
Ein schönes und praktisches Stand-WC findet sich bei Keramag in der Serie 5 0 0 by Antonio Citterio:


Weshalb eigentlich ein Bidet?
Jean Pütz fragen! ![]()
Bildquellen: Keramag, Bergmann & Franz
Anobien - bekannt auch als "Holzwürmer" - fressen sich derzeit durch Treppe und Holzverkleidungen. Ursache sind Kondensationsfeuchte aus dem kalten Erdgeschoß und fehlende Beheizung. Die Tierchen lieben es nämlich feucht und nicht zu warm.

Bevor die chemische Keule geschwungen wird, probieren wir es mal mit Kälte. Wenn es der kommende Winter hergibt, könnte man die Tierchen kontrolliert erfrieren lassen.
Nachtrag: Das mit dem Frost scheint eine Legende zu sein. Seine Wirkung wird angezweifelt, denn der Holzwurm als einheimisches Tierchen ist durchaus Frost gewohnt. Erst strenger Frost könnte etwas bringen. Bleibt Heißluft oder warten, bis es den Tierchen im beheizten Haus zu ungemütlich wird.

Der langfristig ins Auge gefasste Rückbau auf den Stand von 1856 spart zwar zwei Kehlen, steht aber logistisch erst später auf dem Plan.
Wenn zwei Dachflächen ineinander laufen gibt das Kehlen. Wir haben sechs dieser Sorgenkinder. Weil hier besonders viel Wasser zusammenläuft, hat man im Falle ihres Versagens ordentlich Wasser im Haus.
Dass man ein mit Biberschwänzen gedecktes Kaltdach relativ einfach reparieren kann (Ziegel von innen ziehen, neue einschieben, vermörteln), gilt leider nicht für eingebundene Kehlen. Die sind nämlich mit das Anspruchsvollste, was einem (Ziegel-)Dachdecker passieren kann.
Da alle Kehlen insbesondere wegen Frostschäden schon ihre Macken haben, sollten die möglicht rasch überarbeitet werden. Wenn möglich diesmal mit einer 2. Dichtungsebene. Zuerst müssen wir dafür aber alte Ziegel auftreiben.

Durchaus ganz schick das Fundstück. Kanns wer zeitlich einordnen?
Dieses ca. 4m langes Stück Wand hätten wir gern versetzt. Damit der Flur (rechts) breiter wird.

So ein Eingriff in die Substanz erregt schnell die Aufmerksamkeit der Denkmalbehörde. Gut wenn mehrere Argumente dafür sprechen:
Rätsel: Worum handelt es sich bei den weißen Ablagerungen am Sparren?
Konsistenz: feinpudrig.